Sklavenauktion contra Männercasting …
Im Gegensatz zum Männercasting gibt es Sklavenauktionen in der BDSM-Szene schon lange, sie bauen aber genauso auf freiwillige Teilnahme wie das Casting.
Beide Ideen können sehr spannend sein und lässt der sinnlichen, submissiven oder dominanten Fantasie von Frau und Mann viel Freiheit. Bei beiden braucht es eine leitende Zeremonienmeisterin die mit klarer, humorvoller Linie durch den Anlass leitet. Bei einer Sklavenauktion gehört eine gewissen Strenge und Konsequenz zum S&M-Rollenspiel und beim Casting zählen eher die sinnlichen-tantrischen Fähigkeiten.
Ich habe schon ein paar Sklavenauktionen erlebt und auch schon geleitet. Für die teilnehmenden Männer ist es immer eine reizvolle Herausforderung über den eigenen Schatten zu springen und sich auf ein ungewisses Szenario mit (noch) unbekannten Frauen einzulassen. Für die Frauen ist es eine faszinierende Möglichkeit als Sexgöttin, Königin oder Gebieterin ihre sinnlichen Wünsche und dominanten Machtgelüste gegenüber den Männern lustvoll einzufordern.
Eine Sklavenauktion läuft in etwa immer nach ähnlichen Regeln ab. Der Sklave meldet sich selbst an oder wird von seiner Besitzerin zur Versteigerung registriert, wobei er grundlegende Angaben über seinen Zustand, Fähigkeiten, Dauer des Besitzrechts und Einschränkungen machen muss. Dann wird er völlig Nackt oder leicht bekleidet angekettet oder in ein Käfig gesperrt, wo die Ladies vor der Versteigerung anhand des Profilblattes eine ersten Eindruck gewinnen können. Wenn ein Sklave zur Versteigerung aufgerufen und vorgeführt wird, muss er vor den Ladies seine Fähigkeiten und Besonderheiten bestmöglich anpreisen sowie diverse, von den Ladies gewünschte Übungen ausführen. Die Auktionarin unterstützt dabei die Präsentation mit Moderation und überwacht die Richtigkeit und den Ablauf der Versteigerung. Nicht, dass sich die Herrinnen beim Ersteigern noch vor lauter Einsatzfreude in die Haare geraten. Wenn am Schluss der höchstgebotene Preis bezahlt ist, wird der Sklave seiner neuen Besitzerin übergeben und nach Abzug der Prozente für das Auktionshaus geht der Erlös zu Händen der Verkäuferin oder bleibt ganz beim Veranstalter. Nun kann die neue Besitzerin ihr Gut zu ihrem Vergnügen einsetzen. Sie sollte aber ein allfällige befristetes Eigentumsrecht beachten und den Sklaven nicht allzu sehr beschädigen. Meine Beobachtungen zeigten, dass dies aber sehr gut eingehalten wird und es für beide, Herrin und Sklave, meist eine unterhaltsame und spannende Zeit sein kann.
Bei der Sklavenversteigerung kommen je nach Land oder örtlichem Gesetz die Landeswährung oder auch sehr verbreitet, eingewechseltes Spielgeld zum Einsatz. Ein einem berühmten BDSM-Club in New York konnte man durch Getränkekonsumation und dem Startgeld in Höhe des Eintrittstickets zu der nötigen Summe kommen. Es gab dort auch Ladies die legten zusammen um einen besonders leckeren, belastungsfähigen Sklaven zu erwerben.
Beim Männercasting wie der Sklavenauktion verhält es sich gleich, wenn diese Gruppenspiele aus der Subkultur in die Öffentlichkeit gezehrt werden, verkommt es sehr schnell zum Zirkus und bizarren Freakshow. Die Magie des geschlossenen Zirkels ist sehr flüchtig und verlangt ein Umfeld von Gleichgesinnten und einer gewissen Privatsphäre um sich auch unbeschwert eingeben zu können.
Das bestätigt meinen Eindruck, dass Maggie Tapert vorrangig die Provokation und Medienwirksamkeit ein Anliegen war bei ihrer Suche nach Männern für ihren Erostempel. Dieses Ziel hat sie Dank der Medien und Politiker wahrscheinlich auch erfolgreich erreicht.
Grüsse
Domenique